Die Summer School Südtirol ist eine internationale, lokale und interdisziplinäre Veranstaltung. Ihr Ziel ist es, zu den wichtigen Fragen der Gegenwart die Erkenntnisse von Vielen zusammenzuführen und für den gesellschaftlichen Prozess der Auseinandersetzung zu nutzen.

Maxi Obexer Leitung
Maria Christina Hilber  Koordination 2018

Christine Helfer PR

Greta Maria Pichler Assistenz

summerschoolsuedtirol@gmail.com
+39 377 444 3535

Der Neue Feminismus

07. — 13.07.2018

Weltweit und selbstbewusst fordern Frauen — und neuerdings auch Männer, die Aufhebung der Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern. In ungeahntem Ausmaß werden die sexuellen Übergriffe sichtbar gemacht und öffentlich kritisiert. Das Gebot der Verschwiegenheit ist aufgehoben, auch unter den Männern. Die Summer School Südtirol stellt die Gretchenfrage: Wie steht’s mit der Gleichheit heute? Welchen Einfluss übt der vorangegangene Feminismus auf den gegenwärtigen feministischen Aufbruch aus? Wie feministisch sind die Männer, wie feministisch die Frauen?

Programm

07.07.2018

Auftaktfest mit Statements und Musik-performance

Lesung

Konstant kämpferisch im Sinne einer gleichberechtigten Gesellschaft. Frauenengagement in Südtirol seit den 70er-Jahren: Initiativen, Verbände, Schutzräume, Frauenarchive – die Gründerinnen stellen sich vor. In allen Bereichen drängten Frauen in die Öffentlichkeit und kämpften für die berufliche und gesellschaftliche Gleichstellung. Sie solidarisierten sich, brachen die Tabus, traten ein gegen die häusliche und sexualisierte Gewalt an Frauen, stellten sich gegen die strukturelle Vergesslichkeit angesichts der Leistungen und Errungenschaften von Frauen. Was hat sich verändert und wie sehen sie die Entwicklung heute?

Mit

Tanja Slijvar (Lesung), Frauenmuseum Meran, Frauenarchiv Bozen, Frauenhaus Brixen, Aied, Donne Nissà und viele mehr.

Moderation

Angelika Burtscher, Christine Helfer, Maria C. Hilber, Lisa Mazza, Maxi Obexer

Ort

Lungomare
Rafensteiner Weg 12, Bozen

Uhr

18 Uhr

08.07.2018

Offizielle Eröffnung. Forum 1

Forum

Der Feminismus: Ein Kampfbegriff seit jeher – und heute wieder? Was waren die Forderungen der früheren Generationen? Was sind die Forderungen der gegenwärtigen? Wie sehr bedingen sie sich? Worin unterscheiden sie sich?

Mit

Maxi Obexer (Einführungsrede), Maria Christina Hilber (Einführungsrede), Marlene Streeruwitz (Vortrag)

Musik

Reinhilde Gamper

Ort

Schloss Velthurns
Dorfstraße 1, Feldthurns

Uhr

18 Uhr

09.07.2018

Forum 2

Forum

Frauen in Führungspositionen. Wie einzeln ist – wie einsam war ihr Weg? Woher kam die Unterstützung? Woher der Widerstand? Welche Strategien sind heute notwendig? Wie wichtig ist die Solidarität – auch die der Männer?

Mit

Maria Niederstätter (Vortrag), Rosmarie Burgmann (Im Gespräch), Tanja Dückers (Vortrag), Ulrike Syha (Lesung)

Ort

Schloss Velthurns
Dorfstraße 1, Feldthurns

Uhr

18 Uhr

10.07.2018

Forum 3

Forum

Wie verhält es sich mit der Gleichheit auf dem Land? Welche Positionen bleiben im Schatten und was haben diese zu berichten?

Mit

Antonia Egger (Im Gespräch), Martha Verdorfer (Im Gespräch),  Sylwia Urbanska (Im Gespräch), Marlene Streeruwitz (Lesung)

Ort

Schloss Velthurns
Dorfstraße 1, Feldthurns

Uhr

18 Uhr

11.07.2018

Forum 4

Forum

Welche feministischen Kämpfe und Debatten werden zurzeit in anderen Ländern geführt? Wie wehren sich Frauen und Männer in Ländern mit zunehmend autoritären Machtstrukturen? Wie befördert der digitale Alltag die Geschlechterrollen?

Mit

Radosław Paczocha (Lesung), Tanja Slijvar (Im Gespräch), Barbara Bachmann (Vortrag und Gespräch)

Ort

Bioweingut Radoarhof
Pedratz 1, Feldthurns

Uhr

18 Uhr

12.07.2018

Europäische Perspektiven

Abschluss

Lesungen der Workshop-Teilnehmenden.

Mit

Ulrike Syha, Mihaela Mihailov, Paola Rota, Simonetta Solder, Lucie Depauw, Katharina Cromme und Autor*innen aus Südtirol

Ort

Bioweingut Radoarhof
Pedratz 1, Feldthurns

Uhr

18 Uhr

Biografien

Barbara Bachmann

IT. Freie Journalistin. Studierte Germanistik, Politikwissenschaft und Spanisch in Innsbruck und León. Lernte das journalistische Handwerk beim Südtiroler Wochenmagazin ff und der Zeitenspiegel-Reportageschule in Reutlingen.  Sie erhielt 2018 den Axel-Springer-Preis (Gold) fürSex, Lügen und YouTube”.

Rosmarie Burgmann

IT. Bürgermeisterin von Innichen, war bei den Gemeinderatswahlen 2015 als Kandidatin der Bürgerliste angetreten und wurde mit 57 Prozent der Stimmen gewählt. Seither leitet sie die Geschicke der Ostpustertaler Gemeinden zwischen Tourismus-, Handwerks-, und Industrieinteressen. Durch ihre innovativen Ideen, politischen Weitblick und wirtschaftliche Qualifikationen konnte sie, als erste Frau im Hochpustertal, die Bürgermeisterwahl für sich entscheiden. Auf die Frage: „In welchem Europa leben?“ reflektiert Frau Burgmann bereits 2016 im Rahmen der Folgeveranstaltung der Summer School Südtirol – „Weiterbrennen“ – zum „Mensch(lich)sein“.

Katharina Cromme

CH. Regisseurin und Autorin

Lucie Depauw

FR. Dramatikerin

Tanja Dückers

DE. Freischaffende Autorin, Literaturwissenschaftlerin und Publizistin. Sie studiert Germanistik, Niederländisch, Nordamerikastudien und Kunstgeschichte. Als Journalistin schreibt sie für verschiedene Zeitungen und Magazine, u.a. Die Zeit, Welt, Spiegel, Süddeutsche. Weitere Tätigkeiten: Zeichnungen, Comics, Entwicklung der Geheimschrift Autumnisch, Zusammenarbeit mit Bildenden Künstlern, Komponisten, Theaterregisseuren und Choreographen.

Antonia Egger / Bezirksbäuerinnen

IT. Bezirksbäuerin. 1981 wurde die Südtiroler Bäuerinnenorganisation (SBO) gegründet. Sie ist eine Teilorganisation des Südtiroler Bauernbundes mit Sitz in Bozen. Insgesamt zählt die SBO über 16.000 Mitglieder. Die Bezirksbäuerinnen sind das Bindeglied zwischen Land, Bezirk und Ortsgruppen und vertreten die Anliegen der Bäuerinnen in politischen Gremien. Mit neuen Visionen für Arbeits- und Lebensformen für die Frau im ländlichen Raum sind sie eine treibende und innovative Kraft für neue Arbeitsmodelle rund um die Landwirtschaft.

Maria Christina Hilber

IT. Autorin, Essayistin und Kulturarbeiterin.
Begann im Rahmen von Art&Science, Univ. für Angewandte Kunst Wien mit essayistischen Analysen von Symptomen und syndromhaften Erscheinungen. Sie schreibt Hörspiele, Texte für performative Interventionen und gestaltet Diskursräume. 2015/2017 initiiert sie das Temporäre Literaturhaus Casa Nang und bespielt, im Dialog mit Kunsttheoretikern Nicole Sabella, das Denkgelände Hejo(°)n.

Mihaela Mihailov

ROU. Dramatikerin und Kunstkritikerin. Sie arbeitet u.a. mi dokumentarischen Theaterformen. Schreibt vor allem Theaterstücke mit Blick auf politische Themen, soziale Ungleichheit und Diskriminierung. Ihre Stücke wurden auf Bulgarisch, Englisch, Französisch, Ungarisch, Deutsch, Spanisch übersetzt.

Maria Niederstätter

IT. Unternehmerin, engagierte Kulturfördererin und Vernetzerin. Sie hat sich 1975 mit der Niederstätter AG selbständig gemacht und etablierte eine damals völlig neue, mitarbeiterzentrierte Unternehmensstrategie. Bekannt und geschätzt ist sie auch für ihre kontinuierliche Unterstützung der Kulturarbeit in Südtirol. Frei nach dem Motto „Der ist ein Narr, der die Kultur von der Arbeit zu trennen gedenkt“ (Antoine de Saint Exupéry), konzentriert sich ihre Unterstützung hauptsächlich auf die Bereiche Musik, Bildende Kunst, Theater und Festivals und soziale Projekte.

Maxi Obexer

IT. Theaterautorin und Schriftstellerin. Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft, Philosophie und Theaterwissenschaft. Sie erhielt den Robert-Geisendörfer-Preis und den Eurodram-Preis, sowie den Potsdamer Theaterpreis. Für ihren Romanessay „Europas längster Sommer“ wurde sie 2017 für den Bachmannpreis nominiert. Sie lehrte unter anderem an der Georgetown University in Washington D.C. und an der Universität der Künste, Berlin. 2014 gründete sie mit Sasha Marianna Salzmann das Neue Institut für Dramatisches Schreiben, Nids.

Radosław Paczocha

PL. Schriftsteller und Dramaturg. Studium an der Warschauer Universität und der Theaterakademie. Seine Texte wurden ins Englische, Deutsche, Tschechische, Georgische, Russische und auch Slowakische übersetzt. Neben einheimischen Produktionen wurden seine Stücke auch in Irland und Georgien aufgeführt.

Paola Rota

IT. Fernsehmoderatorin und Schauspielerin

Tanja Slijvar

BIH. Theaterautorin und Schriftstellerin. Sie studierte Dramaturgie an der Fakultät für Darstellende Kunst in Belgrad, Serbien. Neben ihren Theaterstücken schreibt sie auch Kurzgeschichten, Hörspiele, Drehbücher und Essays. Für ihr Stück „all adventourous women do“ erhielt sie den Sterija Preis.

 

Simonetta Solder

DE. Schauspielerin und Regisseurin

Marlene Streeruwitz

AUT. Autorin. Studium der Slawistik und Kunstgeschichte. Ihre “Versuche eines antiautoritären Schreibens” führten zu zahlreichen preisgekrönten Romanen, Novellen und theoretischen Schriften. Für ihre „literarische Auseinandersetzung mit Rollenbildern“ wurde sie 2010 mit dem Wiener Frauenpreis ausgezeichnet. Aktuell erscheint wöchentlich ein Video in dem sie dringende gesellschaftspolitische Fragen aufgreift und kommentiert („Frag Marlene. Feministische Gebrauchsanleitung“).

Ulrike Syha

DE. Dramatikerin. Studierte Dramaturgie an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig. Sie arbeitet als freie Bühnenautorin in Hamburg. Außerdem übersetzt sie (englisch–deutsch) für den Rowohlt Theater Verlag. Sie ist Vorstandsmitglied von Eurodram, einem europaweit agierenden Netzwerk, das den Austausch zwischen Übersetzerinnen, Autorinnen und der europäischen Theaterszene fördert. 2014 wurde ihr der Robert-Gernhardt-Preisfür ihr Romanprojekt „Der Korridor“ verliehen.

Sylwia Urbanska

PL. Soziologin. Ihr wissenschaftliches Interesse gilt vor allem der Soziologie der Familie und Migration, den Gender Studies und den ethnographischen und biographischen Methoden der qualitativen Forschung.

Martha Verdorfer

IT. Martha Verdorfer unterrichtet Geschichte und Philosophie am Realgymnasium in Bozen. Sie ist Gründungs- und Vorstandsmitglied im Frauenarchiv Bozen. Ein zentrales Thema ihrer Forschungs- und Schreibarbeit ist die Südtiroler Zeitgeschichte mit besonderem Schwerpunkt auf die regionale Frauengeschichte und die weibliche Arbeitsmigration. Mit dem Buch „Wie die Schwalben fliegen sie aus“, hat sie gemeinsam mit Ursula Lüfter und Adelina Wallnöfer, Möglichkeiten und Lebensbedingungen der Südtiroler Dienstmädchen in den italienischen Städten von 1920 bis 1960 beschrieben.

Frauenmuseum Meran

1988 von Evelyn Ortner gegründet. Das Frauenmuseum hat sich in seiner permanenten Ausstellung auf die Darstellung der Kultur- und Alltagsgeschichte aus weiblicher Sicht spezialisiert. Das Repertoire an frauenspezifischen und gendersensiblen Themen wird jährlich mittels Sonderausstellungen und Veranstaltungen erweitert. Engagement vor allem für Chancengleichheit und die Sensibilisierung für Frauengeschichte; Knotenpunkt der International Association of Women’s Museums (IAWM).

Frauenarchiv Bozen

2003 von einer Gruppe von Historikerinnen, Archivarinnen und geschichtsinteressierten Frauen gegründet, um die historische Erinnerung der Frauen zu pflegen und zu fördern. Neben dem Sammeln und Erfassen von Archivbeständen, die für die Geschichte der Frau von Bedeutung sind, unterstützt das Frauenarchiv auch Forschungsvorhaben zur Frauen- und Geschlechtergeschichte und Initiativen zur Weiterbildung und Information in diesem Bereich.

Frauenhaus Brixen

2005 wurde das Frauenhaus Brixen gegründet. Es besteht aus zwei sich ergänzenden Einrichtungen. Einer Beratungsstelle für Frauen in Gewaltsituationen und einer geschützten Wohnstruktur.  Es ist ein Zufluchtsort für Frauen und Kinder jeder kulturellen Herkunft, die körperliche, psychische, sexuelle und/oder ökonomische Gewalt erlebt haben oder noch erleben bzw. davon bedroht sind und sich davor schützen möchten.

Donne contro la violenza

1996 gegründet, bestehend aus einer Gruppe von sich freiwilligen engagierenden Frauen, mit unterschiedlichen persönlichen, kulturellen und politischen Erfahrungen und Einstellungen. Mission des Vereins: Frauen in schwierigen familiären Situationen, Opfern von Gewalt, Misshandlung, Stalking und Belästigung Unterstützung und Hilfe anbieten. Sensibilisierungsarbeit, Information und Organisation von diversen Projekten um dem Thema Gewalt entgegenzuwirken.

Aied

1953 wurde die Familienberatungsstelle AIED gegründet, um die Bevölkerung über eine verantwortungsvolle Fortpflanzung zu informieren. Die Sektion in Bozen besteht seit 1973, um den Frauen die Möglichkeit zu geben, sich mit Themen wie Sexualität, Zeugung, zwischenmenschlichen Beziehungen und Selbstbestimmung, auseinander zu setzen.
AIED organisiert außerdem Projekte zur Sexualerziehung, postnatalen Depression, Geschlechtsidentität u.v.m.

Donne Nissà

1995 wurde der Verein von Frauen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen gegründet. Er hat die Arbeit mit ausländischen Frauen zum Inhalt. Sein Ziel ist es, diesen Frauen die Aufnahme in unsere Gesellschaft und den Zugang zur Arbeitswelt zu erleichtern. Dabei werden Prozesse der selbstbestimmten Entwicklung und Eigenverantwortung von Frauen, sowie zur gegenseitigen Unterstützung angeregt.