Die Summer School Südtirol ist eine internationale, lokale und interdisziplinäre Veranstaltung. Ihr Ziel ist es, zu den wichtigen Fragen der Gegenwart die Erkenntnisse von Vielen zusammenzuführen und für den gesellschaftlichen Prozess der Auseinandersetzung zu nutzen.

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Zahlen und Fakten zur Summer School

Ein Dreiklang

Die Summer School Südtirol ist ein Dreiklang aus literarischen Werkstätten, einem öffentlichen Forum sowie Lesungen und Performances. Ihr Ziel ist es, die wichtigen Fragen der Gegenwart mit der Öffentlichkeit zu teilen und dabei das künstlerisch-literarische Denkem mit den Erkenntnissen aus anderen Bereichen wie der Wissenschaft, der Geschichte, des Aktionismus uva. in Erfahrung zu bringen. Die Summer School Südtirol ist lokal fest verankert und genießt internationales Renommee - dank unserer Partner im In- und Ausland. (Ua. Goethe Institut, Internationales Theaterinstitut, Fabula Mundi - Playwriting Europe, Johannes Gutenberg Univ. Mainz, Wiener Wortstaetten uva.)

Programm

18.07. 2021 - 23.07. 2021

Summer School 2021

To/xische Beziehungen - Wie heilen wir?

Der Begriff des „Toxischen“ hat Fahrt aufgenommen, umso mehr, seit wir im Stillstand sind.
Seit durch die Pandemie das Fluide, das dynamische Moment durch die Begegnungen im sozialen und öffentlichen Raum vertrocknen, sind die Auseinandersetzung häufig knöchern, hart und vergiftet.
Bereits vorher aber war er im Umlauf: Mit der „ toxic masculinity“ wird der autoritäre und autokrate Körper- Sprach- und Regierungsstil von Männern in Machtpositionen festgemacht.
Die „Toxischen Medien“ bezeichnen die Zunahme von Diffamierungen einzelner Personen, das methodische und beliebige Zusammensetzen von aus dem Kontext geholter Aussagen zur Polarisierung von Debatten.
Das Toxische im sprachlichen Umgang ist in den Social Media zum Austragungsort des erbitterten Gegeneinander-, des feindseligen Übereinander Sprechens geworden – zum hate speech, mit shitstorms, die gegen einzelne Menschen ins häufig private und persönliche Feld geführt werden. Sprechen ist im Kern immer ein Handeln. Es entscheidet, blendet aus, macht sichtbar oder verschweigt.
Toxische Beziehungen – sie drücken sich brachial durch die Strukturen ungleicher Geschlechterverhältnisse, sie enden oft tödlich für Frauen. Seit der Pandemie ist die Gewalt gegen Frauen und Mädchen, sind die Morden an ihnen explosionsartig angestiegen.
In einer fünfteiligen Plakatkampagne, die von Juni bis Oktober 2021 den öffentlichen Raum in Südtirol bespielt, werden diese Verbrechen thematisiert. Die Summer School Südtirol ko-kuratiert diese Kampagne in einer Zusammenarbeit mit Lungomare – dem Projektraum für Kultur und Gestaltung, mit Merano Art Meran, und in ständiger Begleitung von medica mondiale und Monika Hauser.

Die Summer School Südtirol 2021 lädt ein zur Erforschung dieser vergifteten Beziehungen,
nach ihren Ursprüngen und Mechanismen. Sie sucht gleichzeitig nach den Formen angemessener Reaktionen in bewusst gesteuerten Diffamierungen. Und sie fragt danach, wie sich das Vergiftete überwinden lässt, welche Formen und Visionen es im Auge zu behalten gilt, um Heilungs- und Versöhnungsprozesse zu installieren.

Biografien

Maxi Obexer IT/DE

Schriftstellerin, Dramatikerin, Gründerin der Summer School Südtirol (2015) sowie des Neuen Institut für Dramatisches Schreiben (NIDS). Sie lehrte u. a. an der Georgetown University in Washington DC, an der Universität der Künste sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Ausgezeichnet u. a. mit dem Robert-Geisendörfer-Preis für Illegale Helfer. Nominiert für den Bachmannpreis für ihren Romanessay Europas längster Sommer, übersetzt ins Englische und Italienische 2020.

Bernhard Studlar AT

Dramatiker, Gründer und Leiter des Autorentheaterprojekts „Wiener Wortstaetten“. Studium der Theaterwissenschaften, Philosophie, Germanistik und des Szenischen Schreibens. Er schrieb bisher u. a. für das Burgtheater, das Deutsche Schauspielhaus Hamburg, das Schauspielhaus Graz und das Theater Rabenhof in Wien. Im Zuge des Programms „Wiener Stimmen“ des Burgtheaters verfasste er 2020 den Theatertext Sonnenanbeterin.

Raphaela Bardutzky DE

Theaterdramaturgin, Autorin, Drehbuchlektorin und Script Consultant im Art-House-Filmbereich. Studium der Dramaturgie, der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft und der Philosophie. Gemeinsam mit Theresa Seraphin gründete sie 2016 das „Netzwerk der Münchner Theatertexter*innen“. Sie ist Teil des Kuratorinnen-Teams der Münchner Lesereihe LIX.

Theresa Seraphin AT/DE

Autorin, Theaterautorin sowie Dramaturgin an der ARGEkultur. Sie studierte Dramaturgie, Komparatistik und Kunstgeschichte an der Theaterakademie August Everding. Mit dem Projekt „Netzwerk der Münchner Theatertexter*innen“ fördert sie zeitgenössische Theatertexte sowie deren AutorInnen. Ihre Texte sind Teil von Theaterstücken (Münchner Schichten) und Performances, zuletzt der Podcast Erika und Therese GAY AGAIN.

Christine Helfer IT

Freie Journalistin, Publizistin und Autorin. Sie arbeitet für Radio, Print und TV, u. a. als Gestalterin der Radio-Theatersendung auf RAI Südtirol, ebenso für das TV-Magazin Minet, das Minderheitenmagazin der RAI. Als Journalistin beschäftigt sie sich vor allem mit Kunst, Kultur, Soziologie und dem breitgefächerten Thema „Nachhaltiges Leben“ sowie deren Schnittstellen und Berührungspunkte. Veröffentlichung: Theatermenschen bei Edition Raetia, 2010.

Greta Maria Pichler IT/AT

Autorin. Abgeschlossenes Studium der Sprachkunst und Philosophie. Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien. Seit 2016 Mitglied des Künstlerinnenkollektivs „Textkörper“, seit 2018 Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift JENNY. Seit 2020 Vorstandsmitglied der SAAV Südtiroler Autorinnen und Autorenvereinigung. 2020 und 2021 ist sie Kuratorin der Literaturpassage im Museumsquartier Wien.

Miriam Unterthiner IT/AT

Autorin und Dramatikerin. Studium der Germanistik und der Philosophie. 2017 gewann sie die Bozner Autorentage, Kategorie Prosa. Im Folgejahr wurde sie in das Dramatiker-Förderprogramm der uniT „Wiener Gruppe“ aufgenommen. Mit ihrem Text nAKT. Die Erkundung des Das wurde sie 2019 zum Symposium „Weibliche Erzählperspektive(n)“ eingeladen. Sie wurde für den Retzhofer Dramapreis 2021 nominiert.

Schloss Velthurns

Publikum
© Jörg Oschmann

Schlossgarten
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Lungomare
© Jörg Oschmann

Publikum
© Jörg Oschmann

Eröffnung
© Jörg Oschmann

Vortrag im Schlosssaal
© Jörg Oschmann

Radoarhof

Kathrin Röggla
© Andreas Schmidt

Monika Hauser
© Anna Verena Müller/medica mondiale

Gespräche

Barbara Plagg
© Jörg Oschmann

Ulrike Syha

Carlo Gallo

Maxi Obexer
© Jörg Oschmann

Verena Berbo

Maria CM Hilber

Musik
© Jörg Oschmann

Sasha Marianna Salzmann

Werkstattgespräche

Forum
© Jörg Oschmann